Der Turn ist eine gute Vorübung für die ersten Loopingversuche. Durch die hohe Vorwärtsgeschwindigkeit und die ungewöhnlichen Flugpositionen haben wir schon etwas Praxis wenn wir mit dem Looping beginnen.
Beim Turn wurde der Heli so eingestellt, daß er, wenn ich die Finger von den Knüppeln nehme beim schnellen Vorwärtsflug ohne zu steigen oder wegzutauchen oder zu rollen geradeaus fliegt. Dies ist die Grundvoraussetzung für den Looping. Also nochmal auf's Flugfeld und mit 3/4 vollen Tank die Trimmungen erfliegen. Bei den Steuerausschlägen sollten die 100% zur Verfügung stehen. Bei modernen Fernsteuersendern lassen sich diese Trimmwerte und Einstellungen separat abspeichern, so habe ich die Möglichkeit zwischen Schweben und Akro hin- und herzuschalten.
Der wichtigste Punkt beim Looping ein absolut sauber eingestellter Motor. Ein schlecht eingestellter Motor wird nach Murphy's Gesetz mit Sicherheit im oberen Punkt des Loopings ausgehen. Ebenso wichtig ist die Kopfdrehzahl. Beim Looping müssen wir auf eine konstante höhere Drehzahl achten. Wichtiger als das Maximalpitch ist die Drehzahl, die nicht unter 1500 U/min sein sollte. Sollte die Drehzahl bei Maximalpitch zusammenbrechen, hat man mit Sicherheit einen Haufen Stressr beim Looping. Um den Maximalpitch zu erfliegen, schweben Sie mit der Akro-Einstellung vor sich und geben dann schlagartig Vollgas. Sollte die Drehzahl hörbar in die Knie gehen, ist der Pitch-Max Wert zu hoch oder die Drehzahl zu niedrig. Hier gilt es nun, durch Einstellen beider Werte das Optimum zwischen Drehzahl und Max-Pitch zu erfliegen. Sollte bei dieser Übung der Hubi wegdrehen, muß auch der Drehmomentausgleich korrigiert werden. Dazu steht mehr in der Betriebsanleitung des Senders.
Der erste Versuch
Der Looping beginnt sehr ähnlich wie der Turn: durch etwas Rückwärts-Nick wird der Heli in eine Aufwärtsbewegung mit entsprechender Vorwärtsfahrt gebracht.
Fliegen Sie in einer Höhe, die Ihnen sicher erscheint. Ich habe es bei ca. 20 - 30 Meter das erste Mal probiert. Man kann natürlich auch höher fliegen, dann sieht man aber Fehlstellungen des Hubis entsprechend schlechter. Zu nahe am Boden ist auch riskant.
Sie fliegen also gerade an sich vorbei. Der Pitchknüppel sollte auf ca. 3/4 des Maximalausschlages stehen. Nun wird leicht Rückwärtsnick gesteuert, wie beim Turn. Langsam und die anderen Funktionen in Ruhe lassen. Der Heli nimmt die Nase nach oben und behält seine Vorwärtsgeschwindigkeit. Wenn das Modell senkrecht steht, erhöhen Sie den Rückwärtsnick kontinuierlich weiter. Befindet sich das Modell auf dem Rücken, weiter gleichmäßig bis auf voll Rückwärtsnick steuern und dann wieder zurückgehen bis auf neutral, bevor der Hubi die Normallage wieder erreicht hat. Wenn man weiter zieht, wird die Restfahrt, die der Hubi hat, komplett abgebaut und er hängt ohne Vorwärtsfahrt in der Luft, wie bei einem Turn.
Wenn man sich die ersten Loopings von der Seite betrachtet, sehen die eher wie ein kleines 'e' aus (von rechts nach links geflogen).. Ist aber besser, als wenn sie so aussehen würden: '9' ;-). Hier braucht man nämlich zusätzlich eine Plastiktüte (wofür?: na um die Hubi-Reste, die man vom Acker klaubt rein zu tun). Sie sollten jetzt den Looping in dieser Form ('e') üben, bis Sie ihn mit einer gewissen Routine fliegen können, ohne gleich Herzflattern zu bekommen.
Sind Sie in der Lage dieses Ei einigermaßen stressfrei zu fliegen, können Sie beginnen die Steuerbefehle leicht zu varieren. Bis jetzt haben Sie den Looping lediglich mit der Nickfunktion gesteuert. Um die Sache runder zu machen, sollte man jetzt auch im oberen Bereich (wenn der Hubi auf dem Rücken fliegt), Pitch etwas zu reduzieren. Dies bedeutet, daß Sie ab der senkrechten Position gleichmäßig Pitch reduzieren bis der Heli die obere Position erreicht hat. Ab hier wird Pitch wieder kontinuierlich erhöht. In Kombination mit der Nickfunktion sollten Sie nach kurzer Zeit in der Lage sein den Looping auf gleicher Höhe zu beenden, auf der Sie ihn gestartet haben.
Prinzipiell kann man sagen, daß große Loopings mit hoher Geschwindigkeit geflogen werden müssen, kleine Loopings mit moderaten Geschwindigkeiten. Und wie immer: Üben, üben, üben.
nächstes Kapitel folgt
Copyright © 1999 Thomas Winkler. Email an den Autor: winklt@muc.de