Wenn man die Autorotation nicht als Kunstflugfigur betrachtet, ist der Turn die erste richtige Kunstflugfigur. Der Turn schien mir die richtige Figur, um mit dem Kunstflug anzufangen.
Bis jetzt haben Sie die Kurven lediglich mit dem Heck und etwas Roll geflogen. Der Turn gibt Ihnen die gleiche Möglichkeit der Richtungsänderung wie eine Kurve.
Beim Turn wird gezogen bis die Nase des Helikopter senkrecht in den Himmel zeigt. Hat der Hubschrauber keine Vorwärtsfahrt mehr, wird das Heck herumgeschwenkt, bis die Nase in Richtung Erde zeigt (eine 180° Drehung). Jetzt nimmt der Hubi wieder Fahrt in Richtung Erde auf, dabei zieht man Nick bis sich das Modell wieder in einer horizontalen Flugbahn befindet.
Die ersten Übungen
Als erstes sollten wirklich gerade Vorbeiflüge, mit möglichst hoher Geschwindigkeit geübt werden. Viele horizontale Vorbeiflüge sind geschoben, d.h. das Heck ist nicht parallel zur Flugbahn, die Nase zeigt nicht exakt in Flugrichtung. Die geraden Vorbeiflüge sind eine Grundvoraussetzung für die nachfolgenden Kunstflugfiguren Turn, Looping und Rolle. Lassen Sie ihre Vorbeiflüge eventuell von einem anderen Piloten beobachten. Der kann in aller Ruhe sehen, ob das Heck gerade ist und ob der Hubi gerade liegt ohne Neigung auf der Längsachse (Roll). Lagefehler sind beim Turn noch am ehesten zu korrigieren. Bei einem Looping oder einer Rolle wird's fatal.
Achten Sie auf ausreichend Sicherheitshöhe, lieber den Turn etwas höher ansetzen, wie zu niedrig.
Die ersten Turns sollten Sie am besten ohne oder mit wenig Wind fliegen, da Sie dann auch ihre Steuerfehler am ehesten sehen. Sie beginnen mit einem schnellen, geraden Vorbeiflug. Hierbei haben Sie sicher nahezu Vollpitch. Wenn Sie jetzt die Nase des Modells nach oben ziehen, müssen Sie gleichzeitig Pitch reduzieren, da Ihnen ansonsten die Maschine noch oben wegwandert. Für den Anfang langt eine Neigung von 45° (der Winkel mit dem die Nase des Helis schräg in den Himmel zeigt). Wenn der Hubschrauber seine Vorwärtsfahrt verloren hat, drehen Sie das Modell mit der Hecksteuerung um 180° und erhöhen wieder Pitch soweit, daß der Hubi wieder Fahrt aufnimmt ohne zu steigen.
Nach den ersten erfolgreichen Turns kann man den Winkel (45° - 90°) immer weiter erhöhen, bis der Helikopter richtig senkrecht steht. Hierbei muß man darauf achten, daß das Pitch soweit reduziert wird, das der Hubi am Umkehrpunkt stehenbleibt und nicht wegwandert.
Verfeinerungen
Wenn Ihnen die 180°-Turns nach einiger Übung flüssig von der Hand gehen, können Sie noch einen oben drauf setzen, indem Sie jetzt keine halbe, sondern eineinhalb Drehungen (540°) steuern. Wenn Sie den 540-Turn beherrschen, haben Sie schon die erste, bzw. zweite (Autorotation) F3C-Figur gelernt.
Ansonsten, wie bei allen anderen Übungen: Üben, üben,
üben!!!!!
Copyright © 2000 Thomas Winkler. Email an den Autor: winklt@muc.de